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„Kunst und Bier“ 2020

Das Symposium „Kunst und Bier“ lebt. Vom 18. bis 25. August werden Haymo Aletsee und seine Tochter Marina aus Pfronten, Haris Grimbs aus München und Lukas Schmid aus Freiburg im Breisgau ihre Entwürfe auf der Skulpturenwiese unterhalb des Bräustüberls realisieren.

Künstler mit Kettensäge: Reinhard Osiander in Aktion bei "Kunst und Bier" (Foto: Hubert Huber)

Täglich von 10 bis 17 Uhr können Besucher den Künstlern unter Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Mindestabständen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Im Februar hatte sich die Jury im Kloster Andechs getroffen, um aus den 33 Bewerbungen drei Teilnehmerinnen oder Teilnehmer auszuwählen. Die Attraktivität des Symposiums ist auch nach über 15 Jahren ungebrochen. Bewerbungen erreichten die Jury sogar aus Übersee.

Die Mitglieder der Jury – der Benediktiner Pater Anno Bönsch, Bildhauer Ernst Grünwald, Bürgermeisterin Anna Elisabeth Neppel, Martin Glaab, Pressesprecher des Klosters, und Hubert Huber, Leiter des Symposiums - hatten bei ihrer Sitzung im Februar 2020 unter 33 Bewerbungen (nach etwas mehr 20 im Jahr 2019) von Künstlern zu wählen.

Immer wieder überrascht wurde die Jury von den kreativen Ideen, mit denen sich Künstlerinnen und Künstler dem Thema „Bier“ nähern. Auch wenn einiges im Rahmen dieses Symposiums nicht realisiert werden kann, merkt man jedem Entwurf an, wie intensiv sich viele Bewerber mit dem Kloster und seinen Aufgaben beschäftigen. Hubert Huber: „Wir sind jedes Jahr wieder neu begeistert, wie der Heilige Berg Andechs nach wie vor viele Künstlerinnen und Künstler inspiriert. Das zeigen die Entwürfe, die alle von hoher Qualität zeugen. Sie haben uns wieder eine neue Perspektive auf die Verbindung von „Kunst und Bier“ in Andechs aufgetan.“

Symposium 2020: Künstler und ihre Entwürfe

Haymo und Marina Aletsee: die „Wirtshaus-Tür“

Ein im wahrsten Sinne des Wortes wichtiges Scharnier der Gastfreundschaft, die „Wirtshaus-Tür“, steht im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit von Haymo und seiner Tochter Marina Aletsee: „Durch das Öffnen der Tür taucht man ja ein in eine einladende Atmosphäre, wo man umsorgt wird und so manchen Geschichten lauschen oder sich austauschen kann. So spielt bei unserer Arbeit die Zeit, die ihre Spuren überall hinterlässt, eine wichtige Rolle. Wir bringen Zeit und Veränderungen zum Vorschein. In die verwitterte stilisierte Tür sind auch Andechser Bierflaschen eingelassen. So sind zum einen die Spuren der Zeit deutlich zu erkennen und zum anderen auch eine frisch gefertigte Eingangspforte erlebbar - ein optimaler Austausch zwischen neu und alt.“

Haymo Aletsee, geboren 1959 in Pfronten, besuchte von 1983 bis 86 die Holzbildhauerschule in Oberammergau und ist seither als freischaffender Maler und Bildhauer tätig. 1986 erhielt er den Bayerischen Staatspreis. Jüngste Stationen seines vielfältigen Schaffens sind das Gemeinschaftsprojekt „Aktuelle Kunst im Museum" in Füssen, das LakeArt-Bildhauer Symposium am Heiterwanger See (Österreich) und eine Ausstellung zum Thema „Eindrücke im Eiskeller“ in Pfronten.

Marina Aletsee, 1994 in Füssen geboren, absolvierte 2012 bis 2015 die Berufsfachschule für Glas und Schmuck Neugablonz, Ende 2014 bildete sie sich im Rahmen Praktikums bei Ramona Maria Nix, einer Meisterin der Glasveredelung weiter. Mitte 2015 erhielt sie den Gesellenbrief in Glas- und Porzellanmalerei. Seit 2015 ist Marina Aletsee als freischaffende Glaskünstlerin tätig und schafft, inspiriert durch die Eindrücke des Lebens, Skulpturen aus geschmolzenem Glas. Die gemeinsame Skulptur mit ihrem Vater ist ein Zusammenspiel aus Holz und Glas.

Haris Grimbs und seine Skulptur „Kunst und Bier“

Das Thema des Symposiums hat der junge Künstler Haris Grimbs wörtlich genommen. Bei seinem Entwurf für die Skulptur „Kunst und Bier 2020“ ist sowohl das Zusammenspiel der beiden Figuren, als auch die Bearbeitung der Oberflächen wesentlich: „Abstraktion in Gestalt des Wächters und die gegenständliche Darstellung einer Flasche Bier stehen in einem korrespondierenden Gegensatz. Ihre Einheit ergibt sich aus der Anordnung der beiden Figuren, sowie dem verwendeten Material“, so der Künstler über sein Projekt auf dem Symposium in Andechs.
Haris Grimbs, 1997 in München geboren, begann mit 17 Jahren seine Ausbildung zum Holzbildhauer in der Isarstadt, die er 2017 abschloss. Die nächsten zwei Jahre besuchte er die Münchner Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk und ist seit 2019 als freier Künstler und Kunstpädagoge in München tätig. 2017 beteiligte er sich an der Weihnachtsausstellung „Krippe heute” in der Münchner Karmelitenkirche. 2018 stellt er seine Arbeiten im Künstlerhaus München aus.

Lukas Schmid und die „Entspannende Bewegung“

Im Mittelpunkt seiner Arbeit als Künstler sieht Lukas Schmid aus Freiburg im Breisgau „nie das Endprodukt, sondern vielmehr den Prozess“. Freuen können sich die Besucher des Symposiums, wie die Skulptur „Entspannende Bewegung“ mit dem Untertitel „Voller Elan zum Abschluss ein frisches Bier unterm schattigen Kastanienbaum“ in Andechs ihren Weg nimmt von der ersten Zeichnung zur 1,60 Meter hohen Eichen-Skulptur.
2018 schloss Lukas Schmid als Jahrgangsbester die Bildhauerschule ab. Seine Arbeiten reichen von realistischen Abbildungen bis hin zu abstrakten oder minimalistischen Formen. Mit kontrastreichen Oberflächen und Bearbeitungsspuren, die das verwendete Werkzeug noch erahnen lassen, verleiht er seinen Skulpturen eine eigene Handschrift, die die Schönheit der Unvollkommenheit greifbar macht. Weitere seiner Arbeiten sind noch bis Oktober beim Skulpturensommer Oberkirch zu sehen.

Symposium Kunst und Bier

Das Symposium für Künstlerinnen und Künstler findet seit 2002 jährlich statt. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen auf der Wiese unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum der Künstler. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeindegebiet zur Verfügung.
Coronabedingt muss der Tag, den die Künstler zusammen mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs gestalten, in diesem Jahr leider entfallen. Die Besucherinnen und Besucher können vom 18. bis 25. August den Künstlern bei ihrer Arbeit – mit dem notwendigen Mindestabstand – „über die Schultern schauen“ und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.

Aktuelle Presse-information

DIN A3 - Plakat


Portraits der Künstler zum Download

Die Entwürfe zum Download


Gesamt-Dokumentation

Ansprechpartner

Martin Glaab - Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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