Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

Mehr über Sankt Bonifaz

Sankt Bonifaz Wappen
Info Sankt Bonifaz Webseite
zur Startseite des Kloster Andechs Webauftritts
zur Webseite der Abtei Sankt Bonifaz
Home / Kirche & Kloster / Wallfahrtskirche / Die Andechser Orgel / Beschreibung der Jann Orgel 

DIE ORGEL IN DER WALLFAHRTSKIRCHE

Einen Einblick in Geschichte und Gegenwart der Andechser Orgelwerke gibt Thomas Jann, Baumeister der neuen Orgel in der Wallfahrtskirche.

1715 baute Johann Michael Dietrich aus Bad Tölz eine Orgel für die Klosterkirche Andechs und schuf dabei das noch vorhandene herrliche Barockgehäuse. Nach einem Umbau im Jahre 1751 wurde 1857 unter Verwendung des vorhandenen Gehäuses ein neues Orgelwerk von Johann Georg Beer aus Erling erbaut.

Guido Nenninger aus München lieferte 1965 für das Gehäuse von 1715 eine Orgel mit 24 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Nenninger entfernte die Rückwand der Orgel, mußte dafür aber Stahlträger einziehen, um die Stabilität der Orgel zu sichern.

Diese Orgel konnte allerdings besonders in den letzten Jahren nicht die Ansprüche der Musiker und des Konvents befriedigen, da es den unterschiedlichen liturgischen und konzertanten Aufgaben in keiner Weise gewachsen war. Mit den Planungen für die Innenrenovierung der Kirche wurde auch die Frage eines erneuten Orgelneubaus aufgeworfen.

Orgelneubau

In unserem ersten Angebot vom März 2002 gingen wir von einem dreimanualigen Instrument mit 33 Registern und 4 Transmissionen aus.
Zusammen mit dem Organisten Anton Ludwig Pfell arbeiteten wir die musikalische Zielsetzung des Instruments aus.


Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotostrecke zu starten.

Unser Konstrukteur Hans-Jürgen Reuschel ordnete Hauptwerk, Positiv und Pedal auf einer Ebene in Höhe des Gehäusekranzes an und erreichte auf diese Weise eine hervorragende Klangabstrahlung bei optimaler Stimmhaltung.
Das Echowerk fand seinen Platz im Untergehäuse. Die ursprüngliche Disposition wurde während der Konstruktionsphase auf 31 Registern und 3 Transmissionen reduziert, um eine größtmögliche Zugänglichkeit zu Pfeifenwerk und Orgeltechnik zu realisieren. Jede Pfeife hat nun mehr als ausreichend Platz für eine optimale Ansprache und Klanggebung.

Die klangliche Ausrichtung...

zeigt starke Akzente des süddeutschen Spätbarocks. So finden wir eine Vielzahl unterschiedlicher und sehr charakteristischer Flötenstimmen in der 8' und 4'-Lage. Das schwellbare Echowerk wurde bewußt für Musik ab dem romantischen Zeitalter ausgelegt.
Die Intonation der Hauptwerksprincipale wurde durch die barocken Prospektpfeifen des Principal 8' beeinflußt. Das ausgewogene und unaufdringliche Principalpleno ermöglicht zusammen mit den Positivpleno bestens die Interpretation barocker Musik. Im Echowerk befinden sich die "romantischen" Register. Neben Salicional 8', Schwebung 8', Violine 4' und Harmonia aetheria 3-4f. 2 2/3' besitzt das Echowerk eine überblasende Flöte 4'. Die Intonation aller Register des Streicherchors weist deutlichen „Strich“ auf. Durch die Stellung im Untergehäuse ist das Echo ideal für die Begleitung von Chor und Solisten.

Die Anzahl der Zungenregister...

in den einzelnen Werken entspricht zwar nicht der süddeutschen Tradition, für die Interpretation von mittel- und norddeutscher Barockmusik sowie für romantische und zeitgenössische Werke sind sie aber unverzichtbar. Neben der klangvollen Trompete 8' und dem charakteristischen Krummhorn 8' wurden Oboe 8' und Alphorn 8' klanglich rund intoniert. Das Alphorn 8' ist in Trompetenmensur hergestellt und besitzt auf Grund der gegebenen Höhe von C-H halbe Becherlänge. Alle Zungenregister stammen aus eigener Fertigung.

Orgel-Spieltisch und Orgelelektronik

Die ortsansässige Fa. Ludwig Eisenschmid erbaute den dreimanualigen Spieltisch und lieferte auch die gesamte Orgelelektronik einschließlich Setzer. Die Setzerelektronik ermöglicht es, 5000 verschiedene Registerkombinationen abzuspeichern und jederzeit wieder aufzurufen.

Die Registeranlage ist rein elektrisch, die Tontraktur ist mechanisch ausgeführt. Auch die Koppeln konnten ohne Einbuße an Leichtgängigkeit und Präzision der Spieltraktur vollmechanisch realisiert werden.
Neben den Normalkoppeln besitzt die Orgel eine Suboktavkoppel III/I. Somit kann man das Manualwerk auf eine 16’-Basis stellen. Als Reminiszensen an das barocke Zeitalter konnte auf einen Zimbelstern und ein Glockenspiel nicht verzichtet werden.

Unter Führung unseres Projektleiters Richard Schmidt wurden fast 8.000 Arbeitsstunden erbracht, um dieses Werk fertig zustellen. Ein Drittel dieser Zeit wurde dabei benötigt, um die insgesamt 2.064 Pfeifen aus Zinn-Blei-Legierung und Holz zu bauen und sie zum Klingen zu bringen. Für die Intonation brauchten unser Intonateure unter Leitung von Markus Schanze über 900 Stunden, davon etwa die Hälfte in der Werkstatt, die restlichen Stunden bei der Fertigintonation in der Kirche.

Der Tonhöhenumfang liegt zwischen 32 Hz von Ton C im Principalbaß 16’ und Posaune 16' und 9.500 Hz im Ton g3 der Quinte 1 1/3'. Die Vielzahl der Pfeifenarten aus Metall und Holz in den unterschiedlichsten Größen von ca. 20 mm bis 4,80 m Länge erzeugen erst diesen Orgelklang vom leisesten Flüstern bis zum großartigen Brausen der ganzen Orgel, von dem wir immer wieder so angetan sind.

ORGELMUSIK

Hier finden Sie mehr über eine CD - Orgelmusik aus der Andechser Wallfahrtskirche mehr

ORGELKONZERTE

Hier erfahren Sie mehr über die aktuellen Orgelkonzerte mehr