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ZWEI WELTKRIEGE & EIN NEUER AUFBRUCH
Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

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ZWEI WELTKRIEGE & EIN NEUER AUFBRUCH

Neben der Wallfahrt, dem ökonomischen und sozialen Engagement in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten die beiden Weltkriege und wichtige spirituelle, ökonomische und kulturelle Weichenstellungen Ende des Jahrhunderts die Geschichte des Klosters.

Die wirtschaftlich schwierigen 20er Jahre, das Dritte Reich und die unmittelbare Nachkriegszeit lasten auf Abt Bonifaz Wöhrmüller (+1951), der 1919 mit erst 33 Jahren die Nachfolge von Abt Gregor Danner antritt. Die Wirtschaftsbetriebe des Klosters müssen neu strukturiert werden, Wallfahrt und Seelsorge fordern Kräfte und Aufmerksamkeit.

Kloster Andechs vor dem Zugspitzmassiv (Foto: Florian Werner)
Kloster Andechs vor dem Zugspitzmassiv (Foto: Florian Werner)

Gleichzeitig geht die Zahl der Mitarbeiter zurück, v. a. immer weniger Brüdermönche tun ihren Dienst in Andechs. Folgerichtig muss Abt Bonifaz 1925 die Sankt Nikolausanstalt und 1933 die Gregoriusanstalt aufgeben. Die Gebäude werden an die Redemptoristen verkauft.

Trotz weltweiter schwerer wirtschaftlicher Verwerfungen prägen das Kloster auch große Feierlichkeiten und Jubiläen. 1929 schenkt der Breslauer Erzbischof Adolf Kardinal Bertram dem Kloster eine Schädelreliquie der hl. Hedwig. 1931 wurde schließlich der 700. Todestag der hl. Elisabeth mit großen Feierlichkeiten begangen.

Die Investitionen in die Klosterökonomie gehen auch in diesen Jahren weiter. 1932/33 wird der alte Pferde- und Schweinestall abgerissen, neue Gebäude entstehen. 1938 wird das Bräustüberl um das so genannte „Salettl“ mit Bierausschank erweitert.
Trotz des Zweiten Weltkrieges wurden in den Jahren 1941 und 1942 die Apotheke sowie Stuck und Fresken der Wallfahrtskirche restauriert, ebenso wie die große Sammlung von Votivkerzen. 1943, zum 700 Todestag der Heiligen, führte die erste Hedwigswallfahrt von Sankt Bonifaz nach Andechs. Die Schädelreliquie der Heiligen Hedwig war im Übrigen nach dem Zweiten Weltkrieg Ausgangspunkt für viele Hedwigswallfahrer, die in der Zeit des Eisernen Vorhangs (1945-1989) nach Andechs pilgerten, weil das Grab der Heiligen im schlesischen Trebnitz für viele unerreichbar war.


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Mit der zunehmenden Bedrohung Münchens durch Bombardierungen wurden etwa 25.000 der wertvollsten Bände der 130.000 Bücher umfassenden Stiftsbibliothek von Sankt Bonifaz nach Andechs ausgelagert und konnten hier in den damals leeren Hallen der Mälzerei der Zerstörung entgehen. Der in München verbleibende Bestand wird in der Nacht zum Aschermittwoch durch Brandbomben vernichtet. Durch glückliche Fügung entgeht das Kloster Andechs in den letzten Kriegstagen einer Bombardierung durch die Alliierten.

Ein neuer Anfang

Die Nachkriegszeit haben in Sankt Bonifaz und Andechs im Wesentlichen zwei Abtsgestalten geprägt. Abt Hugo Lang wird zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Bonifaz Wöhrmüller gewählt. Er macht sich vor allem als Rundfunkprediger einen Namen und ist weit über das Kloster hinaus bekannt. Am 19. März 1952, dem Josefitag, wird das Bräustüberl nach dem Krieg wieder eröffnet und ein Kiosk eingerichtet. 1954 werden die Umbauarbeiten am Klostergasthof abgeschlossen und 1959 gestaltet Lothar Schwink aus Erling am Turm der Andechser Wallfahrtskirche ein Sonnenuhr-Wandbild mit Tierkreiszeichen, Engeln und Tod als Verweis auf die Vergänglichkeit allen Lebens.
1964 übernimmt Abt Odilo Lechner den Dienst als Abt. Er führt die klösterliche Gemeinschaft in den Jahren nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil „mit weitem Herzen“ – so sein Wahlspruch – in einen neuen Zeitabschnitt. 1966/67 wird die Vöhlinkapelle in eine Hedwigskapelle umgewandelt. Im gleichen Jahr findet im Bayerischen Nationalmuseum in München aus Anlass der 700jährige Wiederkehr der Heiligsprechung der hl. Hedwig die Ausstellung mit dem Titel „Der Schatz vom Heiligen Berg Andechs“ statt.
Massiv investiert der Konvent in den Siebziger und Achtziger Jahren in die Modernisierung seiner Wirtschaftsbetriebe. Mit Abstand größtes Unterfangen ist der Neubau der Brauerei am Fuß des Berges zwischen 1974 und 1983.
Abt Odilo macht das Kloster Andechs in seiner fast vierzigjährigen Amtszeit zu einem Ort der Begegnung der unterschiedlichsten gesellschaftlichen und kirchlichen Gruppen. 1980 wird der Wittelsbacher Friedhofs an der Südseite des Klostergartens errichtet und damit die Verbundenheit mit der Stifterfamilie unterstrichen. 1986 erfolgt die Gründung des Freundeskreises des Kloster Andechs. Komplett restauriert wird der Fürstentrakt mit der Alten Bibliothek zwischen 1986 und 1992.


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Vom 20. ins 21. Jahrhundert

1992 beginnen die Festspiele „Orff in Andechs“ mit der Aufführung der Werke von Carl Orff. 1993 findet im Kloster Andechs zum 750. Todestag der hl. Hedwig die bayerischen Landesausstellung statt zum Thema „Herzöge und Heilige – Das Geschlecht der Andechs-Meranier im europäischen Hochmittelalter“. Nach der Umstellung der klösterlichen Landwirtschaft 1995 auf ökologischen Landbau beginnt 1997 Umbau des ehemaligen Heustadels und Schweinestalls zum Konzertsaal „Florianstadel“ mit 600 Sitzplätzen. Einen weiteren Impuls erhält die Festspiel-Idee 1997 mit der Berufung von Hellmuth Matiasek als künstlerischem Leiter. 1998 wird alte Pferdestall als Veranstaltungsraum umgebaut und die Bierterrasse des Bräustüberls um die Ostterrasse erweitert. 2000 beginnt, schon mit Blick auf das 550 jährige Jubiläum des Klosters 2005, die Außenrenovierung der Wallfahrtskirche, 2001 dann die Innenrenovierung.
Abt Odilo resigniert 2003 aus Altersgründen nach über 39 Jahren im Amt. Der Konvent wählt am 23. Juli 2003 Johannes Eckert zu dessen Nachfolger. Abt Johannes führt das Erbe weiter und profiliert das Kloster als ältesten Wallfahrtsort Bayerns und Wirtschaftsgut der Abtei.
2005 wird mit viele Gottesdiensten, Feierlichkeiten, Publikationen, Konzerten, der Weihe der neuen Orgel und einem Symposium das 550. Klosterjubiläum und die 250-Jahrfeier der Rokoko-Ausstattung der Wallfahrtskirche begangen. Im November 2007 schließlich erhält die Andechser Wallfahrtkirche eine fünfte Glocke, die von den Ottmaringer Wallfahrern gestiftet wurde.
Im Februar 2015 wird Abt Johannes für weitere 12 Jahre durch Wahl seiner Mitbrüder in seinem Amt bestätigt.

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