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SEELSORGE, WIRTSCHAFTSGUT & SOZIALENGAGEMENT
Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

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SEELSORGE, WIRTSCHAFTSGUT & SOZIALENGAGEMENT

Nach der Klosterauflösung dauerte es nur wenige Jahrzehnte, genauer bis 1846/50, bis wieder mönchisches Leben auf dem Heiligen Berg Einzug hielt.


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Die Voraussetzungen waren vergleichsweise günstig und König Ludwig I. suchte für seine Abtei Sankt Bonifaz in München eine wirtschaftliche Grundlage. Mit Ausnahme der kleinen Elisabeth-Kirche gegenüber der Wallfahrtskirche und der Kirche der Dreihostienbruderschaft wurden im Klosterbereich unmittelbar nach der Aufhebung der Abtei 1803 keine größeren Gebäude abgerissen. Von der Aufhebung des Klosters am härtesten betroffen waren die Klosterbediensteten. Vor allem Alte, Kranke und Alleinstehende litten Not, denn staatliche Pensionen lagen weit unter der klösterlichen Versorgung. Die Klostergebäude wurden erstmals 1804 verkauft und wechselten oft den Besitzer. König Ludwig I. kaufte schließlich 1846 das säkularisierte Kloster für 65.000 Gulden als Wirtschaftsgut für die von ihm geplante und 1850 gegründete Benediktinerabtei St. Bonifaz in München.

Seelsorge und Wirtschaftsgut

Von Anfang an stand die Frage nach der seelsorglichen Betreuung der Pfarrei Erling und der Wallfahrt auf den Heiligen Berg im Raum. War doch die Wallfahrt bis zur Aufhebung des Klosters 1803 ein wesentlicher Bestandteil der Seelsorge der Andechser Benediktiner gewesen. 1847 übernahmen zunächst die Benediktiner von Metten die Seelsorge in der Pfarrei Erling und die Betreuung der Wallfahrt. 1851 wurden Pfarrei und Wallfahrt dann offiziell der Abtei St. Bonifaz in München übertragen.

Er prägte den Heiligen Berg Andechs in der zweiten Hälfte des 19. Jh: Pater Prior Magnus Sattler (1827-1901)
Er prägte den Heiligen Berg Andechs in der zweiten Hälfte des 19. Jh: Pater Prior Magnus Sattler (1827-1901)

Eine der herausragenden Gestalten, die das Kloster Andechs als Wallfahrtsort und Wirtschaftsgut nach 1850 prägten, war P. Magnus Sattler. Von 1858 war er fast ununterbrochen bis kurz vor seinem Tod im Mai 1901 zuerst Oberer und ab 1873 Prior in Andechs. Umfangreiche Erneuerungen, Instandsetzungen und Sanierungen bestimmten diese mehr als 40 Jahre: Mit seiner Tatkraft legte P. Magnus den Grundstein für das nachhaltige Wachstum der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe im 20. Jahrhundert. 1890 wurde der Klosterladen in den heutigen Räumlichkeiten errichtet. Bis 1803 war hier die äußere Pforte und die Wohnung des „Thorwarts“. 1893 folgte der Bau eines neuen Fassstadels und einer Lagerhalle für die Brauerei. Ein Jahr später ließ Pater Magnus das Sudhaus erneuern und trieb den Umbau der Brauerei voran.
Viele andere Wirtschaftsgebäude ließ er ebenfalls sanieren, neue Stallungen und Scheunen errichten. Er verdoppelte den Viehbestand und erweiterte den Grundbesitz. P. Magnus erwarb sich auch als Pfarrvikar von Erling und Betreuer der Wallfahrtskirche große Verdienste. 1877 gab er eine „Chronik von Andechs“ heraus. Am 28. Mai 1901 stirbt P. Magnus Sattler und wird auf dem Friedhof in der Nähe der von ihm erbauten Friedenskapelle begraben.

Sein Nachfolger im Amt des Priors in Andechs wurde P. Augustin Engl. In seine Zeit fällt die Errichtung des damals hochmodernen Mälzereigebäudes in Andechs, das 1906/07 in Stahlbetonweise errichtet wurde und bis heute die zusätzliche Funktion der Abstützung des steil nach Osten abfallenden Andechser Berges erfüllt.

1880 war eine zweite Abteilung für straffällige Knaben von 12 bis 18 Jahren entstanden, die in eine Besserungs- oder Erziehungsanstalt eingewiesen wurden. Abt Gregor Danner (1904–1919) erwarb deshalb 1905 die Schwaige Rothenfeld mit den dazu gehörenden Liegenschaften. Bis 1910 entstand die Gregoriusanstalt, ein Komplex mit Wohneinheiten für100 Zöglinge, die aufgrund ihrer annähernd familiärer Atmosphäre, Betreuung und Ausbildung in kleinen Gruppen für damalige Verhältnisse revolutionär waren. Auch hier war der laufende Betrieb mit hohen Kosten verbunden war, die nur z. T. durch Erträge und Fürsorgeerziehungsbeiträge abgedeckt wurden.

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