Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

Mehr über Sankt Bonifaz

Sankt Bonifaz Wappen
Info Sankt Bonifaz Webseite
zur Startseite des Kloster Andechs Webauftritts
zur Webseite der Abtei Sankt Bonifaz
Home / Kirche & Kloster / Geschichte / 15.-17. Jh.: Niedergang & Aufschwung 

BLÜTE, NIEDERGANG & AUFSCHWUNG

Mit der Gründung des Klosters 1455 beginnt eine erste Zeit der Blüte. Doch bald zieht eine neue Zeit herauf. Reformation und Dreißigjähriger Krieg setzen dem Kloster schwer zu, aber niemand denkt daran, den Heiligen Berg Bayerns aufzugeben.

Der Durchhaltewillen der Mönche wird belohnt. In der ersten Zeit blüht das Kloster auf. Schenkungen und Baumaßnahmen kennzeichnen diese Periode.

1472 wird die Heiligen Kapelle geweiht. 1492 wählen die Andechser Mönche den ersten Abt aus den eigenen Reihen: Johann von Schrattenbach (1492-1521). 1494 entsteht der erste Heiltumsaltar, von dem heute noch die beiden Flügeloberteile erhalten sind und die in der Heiligen Kapelle aufbewahrt werden.

Dennoch wird Andechs ab 1520 in den kirchlichen Niedergang hinein gezogen. Die Reformation zeigt Wirkung. Die Zahl der Pilger nimmt ab. Ursachen dafür sind die Kritik am Wallfahrtswesen, aber auch die Bauernkriege. Dazu lässt die klösterliche Disziplin nach und die wirtschaftlichen Verhältnisse werden schwieriger. Von 1540 bis 1588 versuchen vier Administratoren und fünf Äbte, die Situation zu verbessern –ohne Erfolg.


Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotostrecke zu starten.

Erst Abt David Aichler (1588–96) aus Ottobeuren gelingt es, die Lage zu stabilisieren. Er festigt die Klosterzucht, bringt eine 1595 Andechser Chronik heraus und erwirbt neue Ausstattungsgegenstände für die Kirche. In dieser Zeit entsteht die Vöhlinkapelle (1591-1594). 1593 wird der südliche Kirchvorplatz als Versammlungsort für die Pilger angelegt. Hier können sie sich versammeln, wenn vom Erker der Vöhlinkapelle aus die Andechser Reliquien gezeigt werden, also die so genannte „Heiltumsweisung“ erfolgt. Von daher hat auch der südliche Kirchvorplatz seinen Name Fronhof, zu deutsche Herrenhof. Der Name bezieht sich auf die bei der Heiltumsweisung gezeigten Herrenreliquien wie zum Beispiel Kreuzpartikel, und ein Stück von der Dornenkrone. Auch neue Besitzungen erhält das Kloster Andechs, zum Beispiel 1598 das kleine Stift Paring bei Kelheim als Entschädigung des Herzogs für die Überlassung der Klöster Münchsmünster und Ebersberg an die Jesuiten.

Mit der Wahl von Abt Johann Chrysostomus Huttler (1600–1610) beginnt ein weiterer Aufschwung. 1607 wird die Wallfahrtskirche im Stil der Renaissance umgestaltet. 1608 die erste Orgel aufgestellt, gestiftet von Herzog Maximilian I.. Zwei Jahre später wird der neue Gnadenaltares mit der heutigen Madonna vom oberen Hochaltar von Hans Degler aus Weilheim errichtet. Die Blütezeit setzt sich unter Abt Michael Einslin (1610–1640) fort. In dieser Zeit kommen jährlich rund 100.000 Pilger nach Andechs. Der Heilige Berg ist wieder Mittelpunkt des kirchlichen Lebens in Bayern.

Dreißigjähriger Krieg, Feuersbrunst und Wiederaufbau

Umso schlimmer wütet der dreißigjährige Krieges (1618-48). Einquartierungen, Plünderungen, Pest, Flucht und Vertreibung prägten die Jahre, die Abt Maurus Friesenegger (1640–55) in seinem berühmten Tagebuch schildert. Doch mit Ende des Krieges erholt sich das Kloster vergleichsweise schnell, bis 1669 der Blitz in die Turmspitze einschlägt. Kirche und Kloster sinken bis auf die Heilige Kapelle und den Gasttrakt in Schutt und Asche. Noch 1669 aber wird die Kirche neu eingedeckt und 1671 das Kloster wieder bezogen. Fünf neue Glocken werden aufgezogen. Ein neues Chorgestühl folgt, Altäre werden geweiht und 1679 entsteht der obere Hochaltar. Trotz dieser finanziellen Aufwendungen bleibt das Kloster wirtschaftlich handlungsfähig und erwirbt sogar noch Grundbesitz hinzu. Unter Abt Maurus Rambeck (1666–1686) kommt es 1683 unter maßgeblicher Beteiligung von Andechser Äbten und Mönchen zur Gründung der Bayerischen Benediktinerkongregation. 1687 verbessert sich die Wasserversorgung auf dem Heiligen Berg wesentlich durch den Bau einer ersten Wasserleitung.

GRÜNDUNG

des Benediktinerklosters 1455 mehr

18. JAHRHUNDERT

Letzte Blüte und Säkularisation mehr