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GOTT SUCHEN – DAS LEBEN DER BENEDIKTINER
Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

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GOTT SUCHEN – DAS LEBEN DER BENEDIKTINER

Benediktinermönche richten ihr Leben ganz bewusst nach dem Evangelium aus und stützen sich dabei auf drei Schriften, die ihr Zusammenleben ordnen: die Heilige Schrift, die Benediktsregel und die Satzungen der Kongregation, der das jeweilige Kloster angehö

Treu der Regel und offen für Zeichen der Zeit (Foto: Michael Westermann)
Treu der Regel und offen für Zeichen der Zeit (Foto: Michael Westermann)

Der Tagesablauf der Mönche wird bestimmt vom Rhythmus des gemeinsamen Stundengebets, der geistlichen Lesung in der Bibel oder in theologischen oder spirituellen Schriften und durch die eigene Arbeit.

Benediktiner haben die Treue zur Regel immer wieder verbunden mit dem wachen Blick für die Zeichen jeweiligen Zeit. So konnten sie ihre spirituelle und intellektuelle Kraft und Ausstrahlung über Jahrhunderte bewahren. Diese geistliche Spannkraft ermöglichte es Ihnen, nicht nur mit für die Ausbreitung des Evangeliums in Europa zu sorgen, sondern auch die europäische Kulturlandschaft maßgeblich zu prägen.

Benediktiner zählten im Mittelalter zu den wichtigsten theologischen und kulturellen Lehrern des Abendlandes. Ihre Klöster waren nicht nur Orte des Gebets und eines auf Gott ausgerichteten Lebens, sondern eben auch Stätten der Wissenschaft und Kunst. So bewahrten die Benediktiner zum Beispiel durch Übersetzen und Kopieren philosophischer und naturwissenschaftlicher Texte der Antike dieses Wissen für die Fortentwicklung im abendländischen Europa. In ihren Klöstern wurde die Kunst der Buchdruckerei und der Buchbinderei gepflegt. Viele technische Innovationen gehen auf die Benediktiner und andere Mönche zurück, zum Beispiel die Erfindung des Räderuhrwerks zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Auch das in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenkende Büro hat seinen Ursprung im Skriptorium der Mönche.


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Heute sind rund 8.000 Mönche, die weltweit in etwa 300 eigenständigen Klöstern nach der benediktinischen Tradition leben, in einer Konföderation zusammengeschlossen. Sie ist in 21 Kongregationen – Klosterverbände - untergliedert. Kloster Andechs gehört als Wirtschaftsgut der Abtei Sankt Bonifaz zur Bayerischen Benediktinerkongregation.

Die Gelübde

Jeder, der sich entscheidet, in einem Kloster gemeinsam mit anderen Gott zu suchen, legt Gelübde ab, in denen er öffentlich verspricht, ein Leben als Mönch zu führen. Das Leben im Kloster nach diesen Gelübden ist bewusst gestaltete Brüderlichkeit. Sie gibt Zeugnis von der Verbundenheit auf dem gemeinsamen Weg der Gottsuche.
In den drei Gelübden der „feierlichen Profess“ verspricht der Mönch:

1. stabilitas:
Sie meint die Beständigkeit und Treue zur benediktinischen Lebensform und Ausharren in der Gemeinschaft des Klosters, an das man sich gebunden hat.

2. conversatio morum:
Der klösterliche Lebenswandel fordert die Konzentration auf das Wesentliche und das ständige Mühen um Bekehrung, persönliche Besitzlosigkeit und Ehelosigkeit.

3. oboedientia: Der Gehorsam bestimmt die benediktinische Grundhaltung: das Hören. Für Benedikt heißt Mönchsein: den Gottes Ruf vernehmen und auf ihn eine Antwort geben. Gehorsam wird verstanden als Offenheit für Gott und die Menschen. Gegenseitiger Gehorsam und gegenseitige Wertschätzung sowie Demut sind daher unverzichtbare Elemente der gemeinsamen Gottsuche der Mönche.

Der Dienst des Abtes

Die Leitung eines Benediktinerklosters liegt in der Hand eines Abtes. Nach dem Verständnis der Regel wird er im Blick auf Christus "Herr" und "Vater" genannt (RB 63,13) und wird für seine Mönche im Kloster zum "Stellvertreter Christi" (RB 2,2). Der Abt dient der Einheit und Einmütigkeit der klösterlichen Gemeinschaft.
An den Dienst des Abtes und werden hohe Ansprüche gestellt. Als Kriterien eines würdigen Kandidaten für das Amt des Abtes nennt der Heilige Benedikt unter anderem:

  • Bewährung im Leben (RB 64,2):
    der Abt soll an seinen Taten gemessen werden, "wenn er auch in der    Rangordnung der Klostergemeinde der letzte wäre"
  • Barmherzigkeit (RB 64):
    der Abt "wisse, dass er mehr helfen als herrschen soll" und "er suche, mehr geliebt als gefürchtet zu werden"
  • Weisheit der Lehre (RB 2):
    "Deshalb darf der Abt nur lehren oder bestimmen und befehlen, was der Weisung des Herrn entspricht"

Ein entscheidendes "Führungskriterium" ist die Fähigkeit zur weisen Unterscheidung, der discretio, der "Mutter der Tugenden". Der Abt muss auf der einen Seite der Individualität der Mönche sowie ihren Bedürfnissen und Wünschen gerecht werden (RB 64,19), ihre Anregungen hören und berücksichtigen. Auf der anderen Seite hat er aber ebenso das Wohl der gesamten Klostergemeinschaft im Blick zu behalten, auf das hin die Fähigkeiten und Begabungen der einzelnen Mönche hingeordnet werden sollen.

Benedikt und Europa,
MÜLLER, Beda
Kißlegg (2004)
Der Benediktinerorden,
4. Auflage
SCHÜTZ, Christian, / RATH; Philippa
Kevelaer (2009)
Macht des Wortes: Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas,
SITAR, Gerfried (Herausgeber)
Regensburg (2009)

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