Abtei Sankt Bonifaz

Abtei Sankt Bonifaz

Das Kloster Andechs ist das Wirtschaftsgut der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München. Die Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs bildet ein Kloster an zwei Orten. Mit seinen Wirtschaftsbetrieben ermöglicht das Kloster Andechs das pastorale, wissenschaftliche und soziale Engagement der Mönche in Sankt Bonifaz.

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RELIQUIEN

Reliquien sind Überreste des Körpers, der Kleidung oder Überbleibsel von Gebrauchsgegenständen eines oder einer Heiligen. Reliquien, die mit Christus in Verbindung stehen, werden meist als „Herrenreliquien“ bezeichnet.

Die frühe Verehrung

von Märtyrern und Heiligen entfaltete sich um die Gräber außerhalb der Siedlungsräume. Seit der Zeit Kaiser Konstantins im 4. Jahrhundert werden den wichtigsten Märtyrern Kirchen geweiht. Viele sind über den Gräbern von Heiligen errichtet. Damit wird auch der umgekehrte Weg möglich: die Übertragung sterblicher Reste von Heiligen in eine Kirche. Seit dem Mittelalter entsteht so die Verbindung zum Altar. In jeden Altar müssen nun Reliquien eingeschlossen sein.


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Eine zweite Dimension

wird den Reliquien seit der Spätantike zugeschrieben: heilende, schützende oder Schaden abwehrende Eigenschaften. Nicht nur die Bestattung in der Nähe von Reliquien, sondern auch ihr Besitz wird damit erstrebenswert: Große Reliquiensammlungen von Fürsten, Bischöfen und Äbten entstehen. Folge dieser inflationären Entwicklung ist eine Verständniskrise ab dem ausgehenden Mittelalter. Wer sich jedoch bewusst ist, dass es menschlich ist, mit allen Sinnen zu erleben, der kann auch heute einen Zugang zu Reliquien finden: Dabei geht es weniger um die historische Echtheit, als um Zeugnisse des Glaubens und um ein sichtbares Zeichen für die „ Gnade Gottes “.


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Die Anfänge der Andechser Reliquien

reichen zurück bis ins 10. Jahrhundert und sind eng verbunden mit dem Geschlecht der Grafen von Andechs. Ihre Herkunft liegt im Dunkeln. Legendärer Ahnherr ist Graf Rasso.

Die Dreihostienmonstranz (Foto: Th. Schmid)
Die Dreihostienmonstranz (Foto: Th. Schmid)

Er soll von einer Pilgerfahrt ins Heilige Land die ersten Herren-Reliquien mitgebracht haben. Sie wurden zum Grundstock des  Andechser „Heiltums“: ein Zweig aus der Dornenkrone, ein Teil des „Spottzepters Christi“, ein Stück vom Kreuz Christi sowie ein Teil des Schweißtuches. Weitere bekannte Stücke des „Heiltums“, sind unter anderem kostbare Textilreliquien, wie die „Stola“ des Heiligen Johannes Evangelist, der „Gürtel“ Maria Magdalenas. Die „Goldene Rose“ des Klostergründers Herzog Albrechts III. und das „Siegeskreuz“ Karls des Grossen werden wie Reliquien verehrt. Auch Reliquien des hl. Nikolaus gehören zum „Heiligen Schatz“, er ist – als Patron der Kreuzfahrer und Pilger – mit der hl. Elisabeth von Thüringen Patron der heutigen Wallfahrtskirche. Von ihr werden in Andechs das "Elisabethkreuz“ und Teile ihres Brautkleids verwahrt.

"Die Heiligen Drei Hostien"

bilden das Kernstück des Andechser „Heiltums“. Die vom Papst 1392 beglaubigten drei Hostien, die die Wandlung des eucharistischen Brotes während der Messfeier beweisen wollen. Zwei Hostien sollen von Papst Gregor dem Großen herrühren und weisen blutfarbig das Kreuz bzw. ein Fingerglied auf; die dritte mit dem Monogramm Jesu in Blut soll auf Papst Leo IX. zurückgehen.

Im Laufe der Jahrhunderte

wurde der Andechser Reliquienschatz immer wieder erweitert und auch verändert. 1715 umfasste der „Heilige Schatz“ noch 277 Reliquien, nach der Säkularisation 1803 waren nur noch 40 Stücke in Andechs vorhanden. 1929 kam durch Kardinal Bertram von Breslau ein Splitter des Hauptes der Heiligen Hedwig von Schlesien, als Geschenk nach Andechs. Im Glasschrein am oberen Hochalter und in der „Kreuzkapelle“, ruhen die Gebeine der Heiligen Paulina sowie der Heiligen Serena. In einem Glasschrank in der „Schmerzhaften Kapelle“ sind vier versilberte Büstenreliquiare aufgereiht: Heiligen Benedikt, Heiligen Scholastika, Papst Gregor des Großen und Papst Leo IX.


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Andechser Reliquien außerhalb von Andechs

Auch ausserhalb der Wallfahrtskirche befinden sich ehemalige Andechser Reliquien. So erinnert das  „Forstenrieder Kreuz“ ein romanisches Kruzifix – das heute in der Pfarrkirche von Forstenried aufbewahrt wird, an die Grafen von Andechs. Auch Reste des Andechser „Heiltums“ sind in der Schatz- sowie in der Reliquienkammer der Münchner Residenz zu finden.

Der Reliquienschatz heute

Der Reliquienschatz wird heute in der „Heiligen Kapelle“ aufbewahrt und wird im Rahmen von angemeldeten Kirchenführungen gezeigt.